Wie werde ich Arzt/Ärztin? – Aufbau und Inhalt des Medizinstudiums in Deutschland

Dies ist ein Vortrag, den ich im Rahmen der Berufsorientierung vor Schülern eines Gymnasiums gehalten habe zum Thema „Berufsbild Arzt“. Er beschäftigt sich mit Aufbau und Inhalt des Medizinstudiums.

Studienorte

Derzeit kann Humanmedizin an 35 staatlichen Hochschulen in Deutschland sowie an einer privaten deutschen Hochschule studiert werden.

Studienzulassung

Es stehen weniger Studienplätze zur Verfügung, als es Bewerber für das Medizinstudium gibt. Daher ist der Studiengang Humanmedizin zulassungsbeschränkt.

Bis auf die private Universität Witten/Herdecke erfolgt die Bewerbung auf einen Studienplatz über die Stiftung für Hochschulzulassung.

Die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH, ehemals ZVS) vergibt 96% der verfügbaren Studienplätze nach folgendem Schlüssel (Stand SS 2011):

  • 20% nach Abiturnote. Bei einem in Rheinland-Pfalz erworbenen Abitur beträgt die Notengrenze, um eine Zulassung zu erhalten, bei 1,0 (1). Bei einem Schnitt unter 1,0, also 0,9, erfolgt die Zulassung sofort, bei genau 1,0 entsteht 1 Semester Wartezeit.
  • 20% nach Wartezeit. Einen Studienplatz erhält, wer 13 Semester „gewartet“ hat. Dies ist die Zeit nach dem Erwerb des Abiturs und der 1. Bewerbung. In dieser Wartezeit darf kein anderes Studium betrieben werden, wohl kann aber einer Arbeit nachgegangen oder eine Ausbildung betrieben werden.
  • 60% nach Auswahl durch die Hochschule. Einige Hochschulen wählen ebenfalls nach Abiturnote aus, andere führen weitere Kriterien an, wie beispielsweise Auswahlgespräche, Berufserfahrung, Schulnoten in bestimmten Fächern, etc.

Bei Universitäten, die nach Abiturnote auswählen, liegt der Zulassungsschnitt z.B. in Köln bei 1,4, andere Hochschulen sind vergleichbar.

In einigen wenigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, einen Einstufungstest zu schreiben, dessen Ergebnis mit in das Auswahlverfahren der Hochschulen eingeht.

Detaillierte Informationen sind bei den Hochschulen oder der SfH verfügbar.

Darüber hinaus werden von allen Studienplätzen je

  • 2% an angehende Sanitätsoffiziere der Bundeswehr und
  • 2% an Studenten aus Ländern, die die Bundesrepublik in Entwicklungshilfeprogrammen unterstützt, vergeben.

Quellen: http://www.hochschulstart.de/index.php?id=2983,
http://www.hochschulstart.de/index.php?id=2995 [18.05.2011]

Gliederung des Studiums

  • Vorklinik
    • 4 Semester Regelstudienzeit
    • 3 Monate Krankenpflegepraktikum in den Semesterferien oder vor Studienbeginn
  • 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung („Physikum“)
  • Klinik
    • 6 Semester Regelstudienzeit
    • 4 Monate Famulatur in den Semesterferien
  • Praktisches Jahr
    • je 4 Monate Innere Medizin und Chirugie im Krankenhaus plus ein Wahlfach im Krankenhaus oder Allgemeinmedizin
  • 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
    • mit Bestehen ist die Approbation zum Arzt möglich

Gesamtdauer: 12 Semester + 3 Monate

Fächer im vorklinischen Studienabschnitt

Die Reihenfolge variiert von Hochschule zu Hochschule.

  • Terminologie (Kurs)
  • Berufsfelderkundung (Kurs + Praktikum)
  • Biologie (Vorlesung)
  • Chemie (Vorlesung und Kurs)
  • Physik (Vorlesung und Kurs)
  • Psychologie (Vorlesung und Kurs)
  • Anatomie (Vorlesung und Kurse)
  • Physiologie (Vorlesung und Kurs)
  • Biochemie (Vorlesung und Kurs)
  • Wahlfach (Kurs)

Die Fächer werden je nach Hochschule mit einer schriftlichen und/oder mündlichen Prüfung, die jeweils aus mehreren Teilen bestehen können, abgeschlossen. Es gibt zwischen 2 und 4 Wiederholungsversuchen, bei 3-5maligem Nichtbestehen erfolgt die Exmatrikulation.

1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung

Nach Bestehen aller Prüfungen und dem Nachweis des Krankenpflegepraktikums folgt das „Physikum“.

  • 320 Multiple-Choice-Fragen
  • 1 Tag mündliche Prüfung

Bei Nichtbestehen gibt es 2 Wiederholungsmöglichkeiten.

Nach Bestehen dieser Prüfung kann der klinische Studienabschnitt begonnen werden.

Beispielhaft habe ich in meinem Vortrag einige Fragen aus dem Examen Frühjahr 2008 gezeigt. Aus Urheberrechtsgründen darf ich diese hier nicht veröffentlichen,
verweise auf auf die Fragen von Tag 1 und Tag 2 auf der Website des Themieverlags.

  • Physik, Frage 4, 1. Tag, A
  • Chemie, Frage 22, 1. Tag, A
  • Anatomie, Frage 93, 2. Tag, A
  • Biochemie, Frage 69, 1. Tag, A
  • Physiologie, Frage 97, 1. Tag, A
  • Psychologie, Frage 146, 2. Tag, A

Klinischer Studienabschnitt

Vorlesungen und teils Kurse in:

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin und Sozialmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie und Unfallchirugie
  • Dermatologie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Humangenetik
  • Hygiene, Mikrobiologie und Virologie
  • Innere Medizin
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Rechtsmedizin
  • Urologie
  • sowie ein Wahlfach.

Querschnittsvorlesungen und Seminare in:

  • Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik
  • Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
  • Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem und Öffentliche Gesundheitspflege
  • Infektiologie und Immunologie
  • Klinisch-pathologische Konferenz
  • Klinische Umweltmedizin
  • Medizin des Alterns und des alten Menschen
  • Notfallmedizin
  • Klinische Pharmakologie und Pharmakotherapie
  • Prävention und Gesundheitsförderung
  • Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung und Strahlenschutz
  • Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren.

Quelle: http://www.approbationsordnung.de/AO/ao-neu.pdf [18.05.2011]

Famulaturen

Je 4 Monate „Praktikum“, davon 2 in einem Krankenhaus, 1 Monate in einer Ambulanz oder Arztpraxis und 1 Monate in einem der beiden.

Erste längerfristige Patientenkontakte, die über die Praktika während des Studiums herausgehen, und erlernen praktischer Fähigkeiten (körperliche Untersuchung, Blutentnahme, …)

Praktisches Jahr

Nach Bestehen aller Klausuren und Prüfungen in den Fächern des klinischen Studienabschnitts folgen 12 Monate à 3 Tertiale im Uniklinikum oder einem angeschlossenen Lehrkrankenhaus bzw. einer Lehrpraxis.

  • 1 Tertial Innere Medizin
  • 1 Tertial Chirugie
  • 1 Tertial Allgemeinmedizin oder ein vom Krankenhaus angebotenes Wahlfach

Hier soll das im Studium erlernte Wissen angewendet werden in der regulären Patientenversorgung. Nach den 3 Tertialen soll Examensreife erreicht werden, so dass eine selbstständige Arbeit als Assistenzarzt danach möglich ist.

2. Teil der Ärztlichen Prüfung

Außer 320 Multiple-Choice-Fragen finden 2 Tage lang mündliche Prüfung statt, eine davon mit Zuteilung eines Patienten, dessen Behandlungsablauf umfassend zu planen ist, die andere beschäftigt sich mit Fragen aus der Inneren Medizin, Chirugie, dem gewählten Wahlfach plus 1-2 zufälligen anderen Fächern.

Mit Bestehen der Prüfung kann

  • eine Dissertation eingereicht werden, die teils schon während des Studiums erarbeitet wurde. Nur dann wir der Titel Dr. med. verliehen
  • der Antrag auf eine Approbation zum Arzt gestellt werden. Hierzu sind ein Gesundheits- und ein (möglichst einwandfreies) Führungszeugnis notwendig.

Danach kann man als Assistenzarzt eingestellt werden und durchläuft in der Regel eine 2-7jährige Weiterbildung zum Facharzt seiner Wahl.

Fragen?
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Quelle: http://www.approbationsordnung.de/AO/ao-neu.pdf [18.05.2011]

Update 06/2013: Zwischenzeitlich wurde die Approbationsordnung geändert (es findet jetzt vor dem Praktischen Jahr bereits der schriftliche Teil der 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung statt), und die Vergabe der Studienplätze hat sich, wie jedes Semester, ein wenig geändert. Neu ist auch die European Medical School an der Universität Oldenburg über die Universität Groningen.

56 Gedanken zu „Wie werde ich Arzt/Ärztin? – Aufbau und Inhalt des Medizinstudiums in Deutschland“

  1. Hallo ich hätte eine Frage
    ein Bekannter von mir hat behauptet das man auch während des Studiums „Leichen“ aus einander nehmen muss hört sich ein bisschen ekelhaft an stimmt das???

  2. Hallo, ich will auch Arzt werden (Allgemeinarzt, also Hausarzt). Kannst du mir erklären wie das alles abläuft z.B.
    -die Ausbildung
    -in welchen Fächern man gute Noten braucht
    -welcher Schulabschluss zählt ( Haupt-,Realschule oder Gymnasium)
    -wie man sich hocharbeiten kann
    also wie der Weg zum Hausarzt ist
    Bitte antworten
    Danke im Vorraus

  3. Der Zugang zum Medizinstudium ist das Abitur, dessen Note zählt. Mit welchen Fächern man auf die zur Zulassung zum Studium benötigte Abiturnote kommt, ist letztlich egal. Man sollte Fächer wählen, in denen man gute bis sehr gute Leistungen erzielen kann. Nach dem Abschluss des Medizinstudiums beginnt man dann eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Deren Ablauf ist je nach Bundesland unterschiedlich, oft ist man 3 Jahre im Krankenhaus als Assistenzarzt in der Inneren Medizin, vielleicht auch ein paar Monate in der Chirurgie, Frauen- oder Kinderheilkunde, und dann 2 Jahre zur Ausbildung bei einem weiterbildungsermächtigen Hausarzt. Die Weiterbildung wird nach Tarifvertrag bezahlt bzw. von der KV bezuschusst. Viel Erfolg!

  4. Hallo,
    kannst du mir bitte die folgenden Fragen beantworten bezüglich zum Allgemeinmediziner:

    1. Was man in der Ausbildung verdient?
    2. Welche Fächer wären wichtig?
    3. Wie sind die Arbeitszeiten der Ausbildung und Später?
    4. Welche Noten benötigt man?
    5. Was für einen Abschluss braucht man?
    6. Besteht Bedarf in diesem Beruf?

    Wäre nett, wenn du sie mir beantworten würdest.
    Danke im Vorraus
    MfG

  5. 1. Was man in der Ausbildung verdient?

    Im Krankenhaus wird nach Tarifvertrag bezahlt, das Gehalt als Weiterbildungsassistent bei einem Niedergelassenen ist Verhandlungssache. 4000 Euro brutto sollten derzeit problemlos machbar sein.

    2. Welche Fächer wären wichtig?

    Man kann nur generell Medizin studieren. Spezialisieren sollte man sich auf die Bereiche, die einem Freude machen oder die einfach wichtig sind.

    3. Wie sind die Arbeitszeiten der Ausbildung und Später?

    Der Aufwand im Studium liegt bei vielleicht 30-50 Stunden die Woche. Als Assistenzarzt muss man für die volle Weiterbildung mindestens Vollzeit, also 40 Stunden die Woche arbeiten. Dazu werden üblicherweise Bereitschaftsdienste dazu kommen, grob kann man je nach Fach zwischen 45 und 60 Stunden / Woche rechnen.

    4. Welche Noten benötigt man?

    Es reicht, zum Studium zugelassen zu werden und die Staatsexamina und letztlich die Facharztprüfung einfach zu bestehen. Auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt sind Noten weniger wichtig.

    5. Was für einen Abschluss braucht man?

    Siehe oben bzw. Blogpost.

    6. Besteht Bedarf in diesem Beruf?

    Ja.

  6. Danke nochmals, aber du hast mich wohl falsch verstanden

    1. Was man in der Ausbildung verdient?
    Damit meine ich nicht den Gehalt eines Mediziners, sondern die Ausbildung! Ich habe gehört, dass man im 1. Jahr monatlich 531 Euro

    im 2. Jahr monatlich 572 Euro

    im 3. Jahr monatlich 616 Euro verdient, stimmt das?

  7. Es gibt keine Ausbildung, sondern ein Studium. Während des Studiums wird man nicht bezahlt, kann aber BAföG beantragen oder bekommt vielleicht ein Stipendium. In erster Linie muss ein Studium aber selbst finanziert werden. Das stellt sicherlich eine gewisse finanzielle Hürde dar, denn immerhin wollen gut 6 Jahre finanziert werden. Details zu Möglichkeiten der Studienfinanzierung weiß eine Studienberatung der Hochschule Deiner Wahl.

  8. Hallo, kannst du mir sagen, was man als Hausarzt täglich alles machen muss, außer die Patienten zu untersuchen.
    Im Voraus vielen Dank

  9. Hallo, du sagst dass man nach dem Studium eine Approbation beantragen kann. Was genau ist das ? Und wofür braucht man das bzw. was kann man machen wenn die Approbation genehmigt wird ?

  10. Man kann nicht „Arzt“, sondern nur Medizin studieren. Erst die Approbation macht aus einem Mediziner mit abgeschlossenem Hochschulstudium einen Arzt. Besondere Voraussetzungen dazu sind ein gutes polizeiliches Führungszeugnis (= keine Vorstrafen), ein Lebenslauf, und eine Verwaltungsgebühr. Dazu wird in Kürze wahrscheinlich auf noch einen verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung kommen. Nur mit Approbation darf man in Deutschland als Arzt tätig werden, ansonsten macht man sich strafbar.

  11. Hallo
    ich haette grosse interesse an einem medizinstudium um spaeter einmal chirug zu werden. ich habe auch schon viel im internet recherchiert allerdings kann ich kaum vertrauenswürdige quellen zu diesem thema finden. ich habe gehofft du koenntest mir die antwort zu folgenden fragen liefern:
    – Dauer des studiums bzw. der ausbildung die man nach dem humanmedizin studium noch fuer den chirugenberuf absolvieren muss
    – ob spezielle tests fuer dieses fach anfallen
    – das einkommen
    – bietet der beruf moeglich Aufstiegschancen
    – was fuer arbeitszeiten anfallen
    – ist es leicht eine stelle als chirug zu finden
    – an welchen Unis ist es moeglich den fachzweig chirug ueberhaupt zu studieren
    – wie lauft die ausbildung ab
    – gibt es voraussetzungen bzw. besondere faehigkeiten die man besitzen muss
    vielen dank fuer deine hilfe schonmal

  12. Dauer des studiums bzw. der ausbildung die man nach dem humanmedizin studium noch fuer den chirugenberuf absolvieren muss

    Siehe Blogpost. Dazu kommt eine Weiterbildungszeit von 5 Jahren. Für spezielle chirurgische Fächer – „den“ Chirurgen gibt es nicht – können es auch ein paar Jahre mehr sein.

    ob spezielle tests fuer dieses fach anfallen

    Nein. Mit abgeschlossenem Medizinstudium und zugehöriger Approbation kann man sich einfach auf offene Weiterbildungsstellen bewerben.

    das einkommen

    Gehalt gemäß Tarifvertrag plus ggf. Poolbeteiligung.

    bietet der beruf moeglich Aufstiegschancen

    Man kann im Krankenhaus selbst aufsteigen, sprich vom Assistenz- zum Facharzt, dann zum Ober- und schließlich Chefarzt.
    Dazu ist eine wissenschaftliche Karriere möglich.

    was fuer arbeitszeiten anfallen

    Für die volle Weiterbildung ist eine 40-Stunden-Woche (bzw. 42 Stunden an Universitätskliniken) erforderlich. Dazu kommen Überstunden und Dienste. Man sollte mit bis zu 60 Stunden / Woche rechnen.

    ist es leicht eine stelle als chirug zu finden

    Prinzipiell schon, aber das ist natürlich abhängig von der gewünschten Region.

    an welchen Unis ist es moeglich den fachzweig chirug ueberhaupt zu studieren

    Man kann nicht „Chirurgie“ studieren, sondern nur Medizin.

    wie lauft die ausbildung ab

    Das ist in der Weiterbildungsordnung der dann zuständigen Ärztekammer geordnet.

    gibt es voraussetzungen bzw. besondere faehigkeiten die man besitzen muss

    Man sollte Ausdauer und Biss haben, um Studium und Weiterbildung durchzuziehen, und soviel soziale Fähigkeiten, dass man einfühlsam mit seinen Patienten reden kann, und sich nicht nur am OP-Tisch wohlfühlt.

    -Viel Erfolg!

  13. Guten Abend 🙂
    Also erstmal toller Blogpost 😉
    Nun meine Frage: ich habe vor kurzem meine ausbildung zur gesundheits- und krankenpflegerin abgebrochen, da ich nach einem jahr gemerkt habe, daas mir die tätigkeiten in dem job nicht gefallen. Immer nur alte leute waschen und lagern. Ist nicht meins. Aber auch schon während der ausbildung haben mich die ärztlichen tätigkeiten mehr interessiert. Ich müsste zwar noch das abi nachholen, aber könnte man trotzdem ein medizinstudium schaffen? Es gibt genug ärzte, auch tierärzte, die vor dem studium eine ausbildung zur/z krankenschwester/krankenpfleger gemacht haben. Wäre trotzdem ein studium der humanmedizin zu schaffen?

  14. Das Abitur nachholen und dann Studieren sollte in der Regel kein Problem darstellen. Ich habe damals mit vielen Kommilitonen studiert, die aus Ausbildungsberufen kamen.

    Die Frage ist aber: Wenn Du eine Ausbildung abgebrochen hast, die nur 3 Jahre dauert, hast Du den Biss ein Studium von 6 Jahren zu schaffen, in dem Dir sicherlich einige ungeliebte oder schwierige Fächer begegnen werden, in denen Du aber dummerweise einen Schein machen musst? Dazu kommt, dass ich zwar den Tag über eher niemanden wasche, aber natürlich intensiv mit Menschen zu tun habe, und auch in Routinetätigkeiten, wie z.B. Aufklärungsgesprächen, in denen ich immer wieder fast das Gleiche gut erzählen muss, motiviert sein muss. Prüfe deshalb genau, ob Ärztin der richtige Beruf für Dich ist.

  15. Hallo
    Ich habe da eine Frage
    Ich möchte später mal Ärztin werden, also Medizin studieren.
    Muss ich Latein schon am Anfang des Studiums können?

  16. Latein ist keine Voraussetzung für das Studium, noch muss man es währenddessen lernen. Es gibt lediglich im 1. Semester einen Pflichtkurs „Terminologie“, der einem die notwendigen Grundlagen der Fachsprache beibringen soll.
    Beherrscht man Latein und Alt-Griechisch, macht das zwar eleganter im Umgang mit der Fachsprache, hat aber sonst nur einen geringen Nutzen. Ich habe Latein wie Alt-Griechisch gelernt, würde es aber nur weiterempfehlen, wenn man auch Freude am Studium dieser Sprachen hat.

  17. Hallo,
    ich bin an einem Medizinstudium interessiert und hätte dazu (welch Überraschung) ein paar Fragen:

    – Was für Aufgaben hat ein Assistenzarzt in der Chirurgie?
    – Ist es empfehlenswert das Studium im Ausland zu machen?
    – In welchen Dingen sollte ich gut sein, wenn ich Chirurg werden möchte?
    – Ist in diesem Beruf gut möglich, ein Familienleben zu haben oder ist man da eher ein Einzelgänger?
    – Was, wenn ich mitten im Studium merke, dass ich das alles nicht schaffe und abspringen möchte bzw. was für Voraussetzungen hat das Medizinstudium, was sollte ich „ertragen“ können?

    Wäre nett, wenn Du mir ein paar Antworten geben könntest und ich hoffe, diese Fragenn wurden noch nicht zu oft gestellt.

    Danke im Voraus,
    Nura E.

  18. Hallo,
    Ich habe auch eine frage. Ich habe eine Ausbildung zum Elektroniker gemacht. Hat eigentlich gar nichts damit zu tun. Ich wollte schon immer Medizin studieren, aber ich habe damals nach der 10. klasse Gymnasium ohne Abi aufgehört weil klar war dass ich keinen NC von 1,0 schaffe. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken Abitur an Abendschule nachzumachen und dann Medizin zu studieren. Ich werde keinen NC von 1,0 oder besser schaffen. Ist das ganze dann sinnlos? Oder gibt es trotzdem die Möglichkeit Medizin zu studieren? Würden sie sagen, dass es in meinem fall keinen Sinn macht? Oder kann ich es durchaus versuchen?
    Liebe Grüße und danke für eine Antwort.

  19. Hallo Christian Gersch…
    Ihr Artikel hat mir und meiner Freundin für ein Deutsch Referat sehr geholfen..
    Ich hoffe, wir bekommen durch diesen umfangreichen Text und Inhalt eine gute Note! Das liegt natürlich auch an der Weise, wie wir es vortragen werden 😉

    Vielen Lieben Dank, ich werde Sie auf Wunsch auf dem Laufenden halten 🙂

    Sarah

  20. Hallo Jörn,

    Ich wollte schon immer Medizin studieren, aber ich habe damals nach der 10. klasse Gymnasium ohne Abi aufgehört weil klar war dass ich keinen NC von 1,0 schaffe. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken Abitur an Abendschule nachzumachen und dann Medizin zu studieren. Ich werde keinen NC von 1,0 oder besser schaffen. Ist das ganze dann sinnlos?

    es gibt mit einer Fachhochschulreife und der Kombination eines paramedizinischen Berufs die Möglichkeit, ohne Abitur Medizin zu studieren. Dies trifft in Ihrem Fall aber nicht zu.
    Wenn Sie wirklich Arzt werden wollen, und ausschließlich dafür Ihr Abitur nachmachen möchten, dann werden Sie auch eine gute Note darin erreichen. Alleine, um an der Universität die Scheine in Chemie und Physik zu bestehen, benötigen Sie Leistungen in diesen Fächern auf dem Niveau eines als „gut“ oder „sehr gut“ benoteten Oberstufenkurses. Wenn Sie diese Leistungen schon in der Abendschule erreichen, dann bekommen Sie auch eine gute Abschlussnote und einen Studienplatz. Schaffen Sie in diesen Fächern keine guten Leistungen, so wird es 6 1/2 Jahre nach Ihrem Abitur, wenn Sie einen Studienplatz über die reine Wartezeit erhalten würden, nicht leichter, die Unischeine zu bestehen.

    Würden sie sagen, dass es in meinem fall keinen Sinn macht? Oder kann ich es durchaus versuchen?

    Fangen Sie einfach mit der Abendschule an. Wenn Sie darin gut sind, machen Sie weiter, wenn nicht, prüfen Sie, ob Sie mehr Mühe investieren müssten, oder ob ihnen diese Fächer einfach nicht liegen und Ihnen eine andere Karriere unterm Strich doch mehr Freude machen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christian Gersch

  21. Ihr Artikel hat mir und meiner Freundin für ein Deutsch Referat sehr geholfen.

    Sarah, Danke für das freundliche Feedback.

    Ich hoffe, wir bekommen durch diesen umfangreichen Text und Inhalt eine gute Note! Das liegt natürlich auch an der Weise, wie wir es vortragen werden

    Ein Referat, das nur auf einer einzigen Quelle basiert, dürfte keine besonders gute Note geben, Sie sollten also weit mehr Quellen als nur mich verwenden. Beachten Sie bitte auch die gültigen Zitierregeln.

  22. Wie lange muss ich studieren um Ärztin zu werden???
    Und kann ich auch nach 8 Jahren studieren oder muss ich noch weiter in die Schule gehen.
    Und was muss man ganz besonders gut können?

  23. Hallo Suzan,

    Wie lange muss ich studieren um Ärztin zu werden?

    Ein Humanmedizinstudium dauert 6 Jahre und 3 Monate.

    Und kann ich auch nach 8 Jahren studieren oder muss ich noch weiter in die Schule gehen.

    Regulär ist das Abitur zur Zulassung an einer Universität notwendig, das bedeutet in fast allen Bundesländern 12 Jahre Schule.
    Ich würde eine Oberstufenbildung auch grundsätzlich als sinnvoll erachten, die Menschen erwarten von einem Arzt oder einer Ärztin einfach eine gewisse Bildung.

    Wenn Du derzeit nicht weiter zur Schule gehen möchtest, gib Dir Mühe für einen ordentlichen Abschluss, mach eine Ausbildung, vielleicht als Gesundheits- und Krankenpflegerin, vielleicht als Operationstechnische Assistentin (OTA), vielleicht als Rettungsassistentin/Notfallsanitäterin. Willst Du weiterhin Ärztin werden, machst Du entweder, via Abendschule / Fernschule das Abitur nach, oder nutzt einen seit wenigen Jahren neuen Weg zum Studium für gut ausgebildete Fachkräfte.

    Und was muss man ganz besonders gut können?

    Du brauchst Geduld, Biss und Ausdauer. Die Eigenschaft, das Abitur zu machen, ist darin sicherlich beinhaltet.
    Viel Erfolg auf Deinem Weg!

  24. Hallo,
    ich hätte da eine Frage.
    Ist das Humanstudium insgesamt ein Bachelor? Oder Master?
    Ich bin erst 8. Klasse aber wollte mich damit schon früh beschäftigen. Momentan sehe ich da noch nicht durch. Ich hoffe auf ihr Hilfe!
    Mfg

  25. Hi!
    Mal eine Frage. Im Netz findet man immer viele Informationen zu den Gehältern eines Arztes. Diese sind aber oftmals sehr unterschiedlich und man kann die wirkliche Entlohnung nur erahnen. Kannst du mir vielleicht einen kleinen Überblick über die Verdienstmöglichkeiten geben? Wäre für mich sehr wichtig, denn in ein paar Monaten werde ich mein Abitur machen und meinen angepeilten Notenschnitt von 1,3 werde ich (nach jetzigem Stand) wohl erreichen. Klar gehts mir hauptsächlich um den Beruf an sich (will schon seit meinem 10. Lebensjahr Arzt werden (gerne Kardiologie)), aber langfristig gesehen spielt das Geld natürlich eine wichtige Rolle (Familie, Wohlstand etc.)

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!! 🙂

  26. Du fängst immer als angestellter Assistenzarzt/-ärztin an zu arbeiten. Selbstständig darfst Du erst als Facharzt/Fachärztin arbeiten, und dafür ist eine abgeschlossene Weiterbildung Voraussetzung, die Du als Angestelle(r) erwirbst. Als Angestellte(r) arbeitest Du üblicherweise in den Grenzen eines Tarifvertrags, der Dein Einkommen klar definiert. Eine Übersicht über die geltenden Tarifverträge findest Du beim Marburger Bund. Ohne zusätzliche Dienste, gesetzlich krankenversichert und in Steuerklasse I ist derzeit im ersten Jahr mit rund 2300 Euro netto zu rechnen. Ich darf auf meinen detallierten Blogbeitrag zu diesem Thema verweisen.

    Lässt man sich als Facharzt/-ärztin nieder ist man quasi Unternehmer – es ist also alles zwischen Insolvenz und einem siebenstelligen Einkommen möglich. Es empfiehlt sich in diesem Fall also, über wirtschaftliche und sozialrechtliche Kenntnisse zu verfügen.

  27. Hallo ich hab eine frage an euch bin azubi mfa im letzten lehrjahr. Habe fachabi gemacht wie kann ich ärztin werden???

  28. Die Beiträge hier haben mir schon sehr gut weitergeholfen, denn ich schwanke zwischen einem Studium der Medizin oder Psychologie.

    Meine Fragen wären demnach, was du von den Tätigkeiten eines Psychiaters mitbekommen hast, therapiert dieser auch in Gesprächstherapien oder tut dies nur der Therapeut?

    Ist eine Therapeutenausbildung in dem Facharzt enthalten?

    Die Arbeitszeiten sollen in einer Psychiatrie deutlich angenehmer sein, stimmt das?

    Kann man sein Pflegepraktikum auch in einer Psychiatrie ableisten oder nur in Krankenhäusern?

    Lieben Gruß

  29. Hallo,
    ich werde nächstes Jahr mein Abitur voraussichtlich mit 2,4/2,5 absolvieren. Dieser Schnitt ist für ein Medizinstudium ja leider nicht ausreichend. Es bleiben also die Möglichkeiten entweder ein Auslandsstudium zu beginnen oder 12/13 Wartesemester zu sammeln. Für mich ist beides keine Option, deshalb meine Frage. Wie gut stehen meine Chancen einen Studienplatz mit dem genannten Schnitt und einer abgeschlossenen Ausbildung zur OTA zu bekommen? Und zählen die drei Jahre Ausbildung als Wartesemster?
    Liebe Grüße

  30. Hallo Luise, die OTA-Ausbildungszeit wird als Wartesemester zählen; nicht zählen würde die Aufnahme eines anderen Studiums in der Wartezeit. Ob eine abgeschlossene paramedizinische Ausbildung in drei Jahren die Zulassung abkürzen kann, ist für mich heute schwer vorauszusagen, derzeit wäre es aber nach meinen Informationen nur in einem Auswahlgespräch ein Kriterium, eher einen Studienplatz zu erhalten.

  31. Kann man auch mit einen realschulabschluss Medizin studieren?

    Ausschließlich mit einem Realschulabschluss: Nein. Informationen über ein Studium in Verbindung mit einer bestehenden paramedizinischen Ausbildung finden sich in den Kommentaren.

  32. hallo,
    ich möchte gern chirugin werden. ich hab aber angst dass ich beim abitur kein 1,0 durchschnitt nicht schaffe, besteht die möglichkeit trotzdem z.b. mit einem 2,1 durchschnitt für ein studium angenommen zu werden ?
    wenn man nicht promoviert bekommt man trotzdem einen job ?
    ich bedanke mich schon mal im voraus

  33. ich hab aber angst dass ich beim abitur kein 1,0 durchschnitt nicht schaffe, besteht die möglichkeit trotzdem z.b. mit einem 2,1 durchschnitt für ein studium angenommen zu werden ?

    Ein Abitur unter dem numerus clausus mindert die Zulassungschancen deutlich. Ähnliche Fragestellungen wurden hier schon mehrfach behandelt, siehe deshalb in anderen Kommentaren für Details.

    wenn man nicht promoviert bekommt man trotzdem einen job ?

    Im Gegensatz zur Situation in vergangenen Jahrzehnten wird man derzeit in der Regel auch ohne Promotion problemlos eine Weiterbildungsstelle finden.

  34. Will an Ausbildung of 2 years in Allgemeinzmedizin added in Weiterbildung of Innere medizin ? kindly put light .

  35. Will an Ausbildung of 2 years in Allgemeinzmedizin added in Weiterbildung of Innere medizin ? kindly put light .

    Die zuständige Ärztekammer wird diese Frage besser als ich beantworten können.

  36. Heyy ich bin jetzt in der 9 klasse und würde unglaublich gerne Ärztin im Krankenhaus werden (Chirurgin) ich wollte schon mal ein wenig vorlernen was man eben lernt im Studium könnten sie mir vllt. Ein paar Informationen geben ich würde die Sachen eben gerne jetzt schon lernen
    Noch eine kleine Frage muss man Physik und Chemie können

  37. Hallo Meredith,

    ich wollte schon mal ein wenig vorlernen was man eben lernt im Studium könnten sie mir vllt. Ein paar Informationen geben ich würde die Sachen eben gerne jetzt schon lernen

    Vorlernen ist eher nicht notwendig, denn das Studium ist so lernintensiv, dass man besser „das Lernen lernt“, da man nicht immer vorarbeiten kann. Es geht eher um die Fähigkeit, einen vorgegebenen (neuen) Stoff innerhalb einer definierten Zeit für eine Prüfung sicher lernen zu können – rund vier Duzend Mal.

    Noch eine kleine Frage muss man Physik und Chemie können

    Ja, das ist Bestandteil der „Vorklinik“. Wenn man es in der Schule lernt, ist am sicherlich im Vorteil, wenn man die Fächer erst im Studium lernt, reicht das aber aus. Mehr Infos dazu in einem eigenen Artikel.

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