Organkrankheiten mit psychosozialer Komponente

Christian Gersch, 01.07.09

Bereitstellungserkrankungen (Thure von Uexküll, 1908 – 2004), sind organische Erkrankungen, an deren Genese vegetative Bereitstellungsreaktionen, wie Fluch oder Agression (u.a. Katecholaminwirkung) beteiligt sind. Diese basieren in der Regel auf einer ständig bestehenden, auch unterschwelligen Angst. Diese Erkrankungen wurden auch als Psychosomatosen bezeichnet (Franz Alexander, 1891–1964). Alexander prägte auch 1950 den Begriff der „Holy Seven“, der sieben klassische psychosomatische Erkrankungen zusammenfasst.

Ulcus pepticum

Colitis ulcerosa

Asthma bronchiale

Essentielle Hypertonie

Neurodermitis

Hyperthyreose

Rheumatoide Arthritis

Alexander Spezifitätstheorie besagt, dass sich bestimmt geartete psychische Konflikte in einer bestimmten Erkrankung niederschlagen. Ähnlich wie Weinen eine Reaktion auf Trauer sei, so sei Asthma ein unterdrückter Ruf nach der helfenden Mutter. Eine solch geartete Reaktion setze aber eine Disposition voraus. Diese Theorien werden heute nicht als allgemeingültig angesehen, auch wenn Patienten Übereinstimmungen erkennen lassen.

Durch die fortgeschrittene Bildgebung, immunbiologische Nachweisverfahren und Psychoimmunologie lassen sich heute aber eindeutig psychische Einflüsse auf Erkrankungen nachweisen. Generell lässt sich formulieren, dass psychische Faktoren Einfluss auf körperliche Funktionen haben, und dass insbesondere Dauerstress (disstress) und ein belastendes Ereignis (life event), das nicht ausreichend verarbeitet wurde, bei fehlender psychischer Kompensationsmöglichkeit Einfluss auf ein vulnerabeles Organsystem nehmen können.

Ulcus pepticum

Ein Ulcus pepticum kann laut ICD 10 in ein Magengeschwür und ein Duodealgeschwür unterteilt werden. Es bezeichnet einen Defekt in der jeweiligen Organschleimhaut und der darunter liegenden Schichten bis zur Serosa. Symptomatisch imponiert es mit krampfartigen, epigastrigischen Schmerzen. Patienten leiden unter Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstoßen und Unverträglichkeit bestimmter Getränke und Speisen. Es besteht eine genetisch Prädisposition (Blutgruppe 0 und HLA-B5) bei einer Prävalenz von 1,5%. Einer Ulklusentwicklung liegt eine Störung im Gleichgewicht zwischen aggressiven und defensiven Faktoren zu Grunde. Neben Nikotin und Coffein oder NSAR nimmt auch die seelische Belastung Einfluss auf die Sekretion der Magensäure (bes. Angst und aufgestaute Agression). So kam es beispielsweise nach dem Erdbeben von 1995 in Japan zu einem dramatischen Anstieg peptischer Ulzera, der wahrscheinlich durch den höheren disstress in der betroffenen Bevölkerung bedingt war. Allerdings kann der Keim Helicobacter pylori bei 70-95% der Patienten nachgewiesen werden, der als Ulcus-auslösend gilt, obwohl anzumerken ist, dass bei einem geschwächten Immumstatus – auf den ein psychischer Einfluss besteht – es gehäuft zur Infektion kommt.

Colitis Ulcerosa

Es handelt sich um eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, sie verläuft schubweise und betrifft die oberflächliche Dickdarmschleimhaut. Patienten leiden bis zu 30x am Tag an blutig-schleimigen Durchfällen, hinzu kommen oft krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Fieber. Die Prävalenz beträgt 0,4‰. Eine multifaktorielle Pathogenese ist anzunehmen, die neben Umwelteinflüsse, bestimmten Mikroorganismen, genetischen Besonderheiten, einer fehlgesteuerten autoimmunologischen Reaktion auch psychische Faktoren beinhaltet. Letztgenannte haben nach aktueller Auffassung aber keinen größeren Stellenwert als bei anderen Erkrankungen auch. Psychosoziale Einflüsse können allerdings auf die Vulnerabilität für eine chronisch entzündliche Darmerkrankungen (u.a. auch M. Crohn) einwirken, insbesondere da Stress einen Einfluss auf die segmentale Kolonmotilität hat. Einige Colitis ulcerosa Patienten zeigen eine sozial angepasste, konfliktvermeidende Persönlichkeit mit zwanghaften Zügen (Gewissenhaftigkeit, Ordnungsliebe)

Asthma bronchiale

Die zeitwelige Bronchokonstriktion führt beim Asthma bronchiale zur Atemnot, ausgelöst durch eine Hyperaktivität der Schleimhaut der Atemwege. Diese ist typischerweise chronisch entzündet und reagiert auf Allergene, Temperatur, Infekte, Analgetika (ASS) und körperliche Anstrengung. 5-10% der Bevölkerung sind betroffen. Psychiatrische Erkrankungen kommen bei Asthmapatienten häufiger als in der Allgemeinbevölkerung vor, diese sind aber vermehrt auf familiäre Probleme oder interindividuelle Konflikte zurückzuführen, wobei nicht klar ist, ob diese nicht durch die Erkrankung des meist pädiatrischen Patienten selbst ausgelöst werden. Besonders eine Asthmaschulung ist wichtig, damit Patient und Eltern korrekt mit der Erkrankung umgehen können. Bei einem Asthmaanfall hat die psychische Erregung des Patienten häufig einen Einfluss auf die Dauer des Bronchospasmus.

Essentielle Hypertonie

Eine Hypertonie besteht bei dauernde Erhöhung des systolischen Blutdrucks > 140 mmHg und einem diastolischen Wert von > 90 mmHg. Sind auslösende Erkrankungen bekannt, spricht man von sekundärer Hypertonie, ansonsten, wenn kein definitiver Auslöser gefunden werden kann, von primärer, essentieller Hypertonie (95%). Die Lebenszeitprävalenz beträgt 20%. Einflussgrößen sind genetische Faktoren, renale Mechanismen (RAAS), Adipositas, Alkohol sowie die gesteigerte sympatische Aktivität unter Stress. Alexander beschreibt den Hypertoniker als mit einer intensiven Auseinandersetzung mit agressiven, feindseligen Gefühlen beschäftigt. Aus Furcht, die Zuneigung anderer zu verlieren, versuchten die Patienten, ihre Gefühle zu kontrollieren, was zu inneren Spannungszustände führe. Dies äußere sich in einem gesteigerten vegetativen Gefäßtonus.

Neurodermitis

Die Neurodermitis ist eine atopische Entzündung der Haut, Prävalenz 3%. Symptome sind Pruritus, Rötung, Schuppung, Nässen und Krustenbildung der betroffenen Hautstellen. Der Juckreiz lässt sich bei vielen Patienten durch disstress auslösen. Aufgrund der eingeschränkten Lebensqualität sind Depressionen und Angststörungen häufige Koborbiditäten. Patienten haben oft Schwierigkeiten mit dem Coping, Mütter der pädiatrischen Patienten fühlen sich oft hilflos. Kratztagebücher helfen, psychische Einflussfaktoren auf den Juckreiz zu identifizieren. Prävalenz: 5-10% der Kinder, 1-3% der Erwachsenen.

Hyperthyreose

Die Überfunktion der Schilddrüse äußert sich in einem systemisch durch das T3 bedingte gesteigerte Stresslevel. Als psychische Komplikationen (psychoaktivierende Eigenschaften) werden Unruhe, Depression, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen genannt. Es wird diskutiert, ob seelische Auffälligkeiten durch eine Hyperthyreose bedingt werden, ob diese selbst aus ihnen hervor geht (life event), oder ob beide auf den gleichen genetischen Anlagen fußen. Prävalenz 1-6%.

Rheumatoide Arthritis

Chronische, autoimmune Entzündung der Gelenke. Patienten werden oft als aufopferungsvoll beschrieben, mit Agressionen könnten sie schwer offen umgehen, sie seien genügsam. Life events werden als Genese diskutiert. Schmerzen durch die rheumatoide Arthritis werden teils als entlastend empfunden. Das Coping beeinflusst den Verlauf der Erkrankung. Passives Verhalten verschlechtert den Verlauf. BSG, Rheumafaktor und Griffstärke lassen sich nachweislich unter Psychotherapie verbessern. Prävanlenz 0,5% – 1%.

Quellen:

http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=265, http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=6, Hänel, Enders, Davis, Psychosomatik und Psychotherapie, Urban und Fischer 2008, http://de.wikipedia.org/wiki/Thure_von_Uexküll, Schwarze, Psychische Auffälligkeiten bei Hyperthyreose, Untersuchungen zu seelischen Phänomenen bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion und anderen Patienten, einer allgemeinmedizinischen Praxis, 2003, http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=68, http://de.wikipedia.org/wiki/Rheumatoide_Arthritis, http://de.wikipedia.org/wiki/Neurodermitis; Hofmann, Hochapfel, Neurologische Störungen und Psychosomatische Medizin, Schattauer 2004.

9 Gedanken zu „Organkrankheiten mit psychosozialer Komponente“

  1. „Rheumatoide Arthitis“ – da fehlt das „rrrrrolllende rrrr“ … 🙂 Davon abgesehen: als ich Mitte 1994 an rheumatoider Arthritis erkrankte und diese einen aggressiven Verlauf nahm, stellte mir mein Rheumatologe in Aussicht, daß, wenn verschiedenste Gelenke letztlich zerstört wären, man mir neue künstliche einpflanzen könne. Die ganze Zeit über keine Rede davon, daß man chronische Polyarthritis ggf. heilen könne. Damit wollte ich mich aber irgendwann nicht mehr abgeben (die Medikamenten-Nebenwirkungen taten ein ihriges, mir diese „Therapie“ zu vergällen) und so setzte ich alle Medikamente ab und besann mich auf meine Selbstheilungskräfte – mit durchschlagendem Erfolg … ich bin seit über zehn Jahren geheilt und schmerzfrei. An der Medikation kann es nicht gelegen haben 🙂 – sondern an meiner Verhaltensänderung und folglich muß Rheumatoidarthritis etwas mit der persönlichen Einstellung zu tun haben!

  2. Vielen Dank für Ihren Hinweis auf meinen Tippfehler.

    Den Link zu Ihrer Website musste ich aus Ihrem Beitrag aber leider entfernen. Wissen sollte frei sein, und ich finde es falsch, wenn Sie eine Heilungsgeschichte erzählen, und dann auf Ihrer Website Seminare verkaufen wollen, ohne dort wenigstens die grundlegenden Inhalte Ihrer Seminare zu beschreiben. Zudem scheint mir Ihre „Therapie“ nicht wissenschaftlich untersucht zu sein, obwohl eine entsprechende Studie durchaus einfach zu konzipieren wäre.

  3. Sehr geehrter Herr Gersch,
    könnten Sie etwas präzisieren, was Sie mit Inhalte meiner Seminare meinen, denn das ist die erste Rückmeldung des Inhalts, dass die Beschreibung zu dürftig sei.
    Zum Begriff „Therapie“: ich biete keinerlei therapeutische Interventionen an, sondern leite Interessierte gegen eine durchaus geringe Gebühr dazu an, meine Übungen nachzuvollziehen, zu erlernen und dauerhaft im Alltag anzuwenden. Gegen eine Studie wäre ja nichts einzuwenden, ich muss aber leider feststellen, dass Sie der erste Vertreter der medizinischen Profession sind, der sich dafür überhaupt interessiert. Ansonsten scheint es zum „guten Ton“ zu gehören, Totalremissionen einfach zu ignorieren.

  4. Wenn Sie der Meinung sind, dass mit Ihren Übungen rheumatische Beschwerden zurückgingen, dann halte ich diese Übungen für eine Therapie. Aber das macht auch nichts, denn wer heilt hat Recht.
    Hierum dreht es sich aber bei Ihnen: Nur, weil bei Ihnen persönlich die Übungen geholfen haben, warum sollten sie dann jedem helfen? Es könnte sich um einen Zufall handeln, vielleicht war auch die Initialdiagnose der Rheumatoiden Arthritis nicht richtig.
    Das ist der Punkt, zu dem Sie eine Studie vorlegen sollten, am Besten prospektiv randomisiert und doppelblind etwa nach diesem Schema: 100 Patienten habe ich etwas über gesunde Ernährung und Gott und die Welt erzählt (= Placebo), deren BSG, Rheumafaktor, usw. haben sich nicht signifikant geändert, 100 Patienten habe ich in meinen Übungen unterwiesen, und hier sehe ich bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit p < 0,001 einen Abfall in der BSG von x mm/h, beim Rheumafaktor imponiert ein Abfall von X IU/ml, usw.
    Wenn solche Werte wirklich in einer Studie herauskommen sollten, publizieren Sie diese in Rheumatology o.ä. und man wird Ihre Sache ernst nehmen. Ohne Studie wird ein Schulmediziner aber die Seminare primär als Scharlatanerie abtun; es gibt leider so viele Heilpraktiker, Ärzte und "Therapeuten", die Kranken eine Therapie gegen ihre Beschwerden anbieten, die aber nichts nützt als dass Sie ihnen das Geld aus der Tasche herauszieht.
    Zu meiner Kritik, dass Ihrer Website inhaltliche Beschreibungen Ihrer Seminare fehlen würden: Wenn Sie wirklich eine Heilmethode entdeckt haben sollten, wäre es unethisch, nur den Besuchern Ihrer Seminare die Übungen zu ermöglichen. Rheuma gibt es auf den ganzen Welt. Das Wissen über helfende Übungen sollte frei verfügbar sein. Deshalb würde ich vorschlagen, Sie veröffentlichen die Übungen schon jetzt auf Ihrer Website, und in Seminaren gegen Entgelt können Sie diese ja weiterhin erklären. Ein Arzt geht ja auch nicht Konkurs, obwohl sein Wissen nicht geheim und in jeder Buchhandlung erwerbbar ist. Wenn Ihre Website die Anleitungen zu den Übungen bereit hält, dann schalte ich auch gerne den Link dazu frei.

  5. Ich dachte bislang, die Diskussion wäre an dieser Stelle abgebrochen, aber dem Blog von Gelenkgesund zur Folge wurde wohl noch ein weiterer Kommentar gepostet. Hier auf meinem Blog ist er aber leider nie angekommen, auch den Spam-Ordner habe ich durchsucht – nichts.

    Gerne antworte ich aber darauf, die jeweiligen Passagen werde ich zitieren, so dass diese auch hier endlich veröffentlicht sind:

    „… danke für den ausführlichen Einwurf mit mehreren Punkten, auf die ich eingehen möchte:
    Zur Initialdiagnose: damit habe ich mich zuerst ausführlich befaßt. Der Einwand bei Heilungen „unheilbarer“ Erkrankungen ist immer der erste und wohlfeilste: „vielleicht war es ja gar nicht ‘itis“ sondern was anderes, harmloses“. Ohne meine Krankenakte jetzt ins Internet stellen zu wollen, seien Sie versichert: das wurde mehrfach abgeklärt und mein Rheumatologe würde sehr eingeschnappt reagieren, wenn ein Fachkollege auch nur andeutete, er könne diagnostisch falsch gelegen haben.

    Ich will nicht behaupten, dass die Diagnose falsch gewesen sein soll, aber man muss bedenken, dass der Rheumafaktor in ca. 5-15% der Fälle positiv sein kann, ohne dass eine chronische Polyarthritis vorliegt. Denkbar, dass man vielleicht eine undiagnostizierte Lyme-Borreliose mit Gelenkbeteiligung hat und gleichzeitig einen idiopathisch positiven Rheumafaktor. Ich finde, man darf durchaus Diagnosen hinterfragen. Aber gehen wir davon aus, in Ihrem Fall stimmte die Diagnose.

    Gerne mache ich eine randomisierte Studie, gebe allerdings zu bedenken, daß dafür folgende Bedingungen gegeben sein müssen:
    a) Eine Institution, die diese Studie finanziert (einschließlich meiner Honorare und ggf. den Kosten für die Patienten, wie dies in anderen Studien üblich sein mag, in denen neue medizinische Verfahren getestet werden).

    Wissenschaftliche Forschung findet eigentlich schon „ehrenamtlich“ statt. Vielleicht hat man eine Assistentenstelle an einem Institut oder eine Professur, und forscht auch, muss aber auch seiner ganz normalen Arbeit (klinische Arbeit, Lehre, …) dort nachgehen. Oder man beantragt Forschungsgelder, etwa bei der DFG oder vielen verschiedenen Stiftungen. Genauso kann man eine Studie aber auch selbst finanzieren. Ein Antrag bei einer Ethikkommission kostet einen 3-4-stelligen Betrag, auf eigene Honorare würde man verzichten. Mir ist beispielsweise kein Doktorand bekannt, der Geld von „seinen“ Patienten bekommt, eher erhalten die Patienten eine Aufwandsentschädigung, oft auch direkt aus der Kasse des Doktoranden.

    b) Jemand, der diese Teilnehmerinnen nach den Randomisierungskriterien auswählt. Meine eigenen Klient(inn)en eignen sich dafür ja kaum – die mögen ja auch alle falsch diagnostiziert sein oder besonders stark auf einen Placebo-Effekt reagieren und damit eine aussageschwache Positivauswahl darstellen. Genau das befürchten Sie ja. Also muß jemand Drittes („a la methode Cochraneoise“) dieses leisten.

    Sie brauchen für eine solche Studie einen Versuchsleiter, aber das könnte beispielsweise auch ein Computer leisten.
    Eine „Selektion“ von Patienten muss gar nicht stattfinden. Durch eine Randomisierung stellen Sie eine Vergleichbarkeit zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe her. Wenn X% der Diagnosen falsch sind, Sie aber eine ausreichend große Studienpopulation verwenden, würde das wahrscheinlich statistisch nichts ausmachen. Es dürfte nur die Gesamterfolgsrate Ihrer Therapie in der Versuchsgruppe drücken.

    c) Die Publikation würde ebenfalls kaum ohne einen solchen Partner funktionieren – jedenfalls kenne ich persönlich keine Studien, die in peer-reviewed Fachzeitschriften erschienen wären und deren einziger Autor ein ehemaliger Patient wäre.
    Daß ein Schulmediziner meine Aussagen als Scharlatanerie abtun wird, damit kann ich leben.

    Wenn Sie die Studie nicht selbst durchführen wollen, erstellen Sie ein Studienprotokoll, und suchen sich einen Doktoranden (via ein Schwarzes Brett in einem Uniklinikum) und nehmen Sie gemeinsam Kontakt mit einer Medizinischen Klinik mit Fachgebiet Rheumatologie auf.
    Trotzdem glaube ich, dass wenn Sie eine sauber durchgeführte Studie haben, und diese veröffentlichen, das durchaus funktionieren kann.

    Ich habe erst neulich an anderer Stelle erstaunt lesen müssen, daß es keine einzige Doppel-Blindstudie zur Peroralmedikation gibt, die den Placeboeffekt herausrechnen könnte und wissenschaftlichen Kriterien genügte. Lesen Sie gerne hier nach: Economic Fallacy VII: The Net Economic Gain through Pharmaceuticals

    Ich möchte jetzt von der Diskussion nicht abschweifen, aber natürlich gibt es immer einen Placeboeffekt, wenn Sie ein wirksames Medikament einnehmen, und der Patient wach und denkend ist. Ein guter Arzt wird diesen in der Regel auch versuchen zu verstärken („Sie erhalten von mir jetzt ein sehr wirksames Medikament, es wird Ihnen damit bald besser gehen.“). Der Placeboeffekt wird aber durchaus erfasst, wenn es eine Placebokontrollgruppe gibt, und beide Versuchsgruppen ausreichend groß sind.

    Wenn Sie wirklich eine Heilmethode entdeckt haben sollten, wäre es unethisch, nur den Besuchern Ihrer Seminare die Übungen zu ermöglichen.“ Darauf kann ich nur antworten: wenn die „forschenden Arzneimittelhersteller“ wirklich wirksame Medikamente zu prohibitiven Preisen abgeben würden, wäre das unethisch. Es genügt, es zu den Kosten der Generika zu tun, um die direkten Kosten zu decken – vom Rest ist der größte Teil nachweislich das Werbebudget. Jetzt könnten Sie mir mal eine Frage beantworten, die mich umtreibt, seit ich das weiß: wenn in einem Land die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente untersagt ist, wie kann man dann solche Kosten dafür haben?

    Ich bin jetzt nicht die Lobby der Pharmaunternehmen, so dass ich vielleicht der falsche Adressat für diese Frage bin. Ich vermute aber, dass die Werbung für verschreibungspflichtige Pharmaka in Fachzeitschriften und auf Kongressen oder Messen durchaus beachtliche Kosten auslöst. Zumindest besitze ich fast ausschließlich Kugelschreiber oder USB-Sticks mit Logos von verschiedenen Pharmaunternehmen oder Medikamentenmarkennamen, die ich auf irgendeiner Veranstaltung geschenkt bekommen habe.
    Viele neue Medikamente sind sogenannte „Me-too-Präparate“, die nicht mehr leisten als andere Medikamente ihrer Wirkstoffgruppe. Um mit diesen Me-too-Präparaten Geld zu verdienen ist viel teures Marketing notwendig. Und Me-too-Präparate können auf diese Art und Weise sicherlich ggf. als unethisch zu bewerten sein.

    Zu Ihrem Einwand als solchem: und wovon soll ich dann leben? Arbeiten auch Sie kostenlos? Besorgen Sie mir eine Kassenzulassung und ich trage das alles öffentlich vor, weil ich dann staatlich versorgt wäre.

    Für meine forschende, wissenschaftliche Tätigkeit werde ich in der Tat nicht bezahlt. Die Arbeit an meinem Doktortitel ist mein Privatvergnügen und auch durch mich selbst finanziert.

    Wenn ein Success-Coach eine funktionierende Methode hat – soll er die dann auch einfach veröffentlichen und alle werden dann auf eigenem Wege erfolgreich???

    Wäre er Wissenschaftler, dann würde er das tun. Als Geschäftsmann natürlich nicht.

    Weiter: wenn Sie oder ein Arzt-Kollege von Ihnen (ich weiß ja nicht, ob Sie forschen oder praktizieren) seine Therapie an die große Glocke hängt – können sich dann alle Patienten selbst heilen? Warum gibt es dann Ärzte? Weil man dazu jemanden braucht, der einem genau sagt, wie es geht. Sonst bräuchte man insbesondere keine Hebammen, Ergo- und Physiotherapeuten usw. Höchstens noch Masseure, weil man nicht überall so gut ‘rankommt …

    Medizinisches Wissen ist kein Geheimnis. Theoretisch könnte man alles nachlesen. Als Laie fehlt einem vielleicht der klinische Blick, aber per se wäre das möglich. Nur haben viele keine Zeit, sich in die Thematik einzuarbeiten. Aber ich kenne viele Patienten mit chronischen Krankheiten, die sich mit ihrer Krankheit besser auskennen als ihre Ärzte.
    Ich will die Sinnfrage jetzt nicht durchdiskutieren, sage aber soviel: Ein Zimmer tapezieren ist gar nicht so schwer. Trotzdem gibt es viele Maler, die gutes Geld mit dieser Tätigkeit verdienen.

    „Ein Arzt geht ja auch nicht Konkurs, obwohl sein Wissen nicht geheim und in jeder Buchhandlung erwerbbar ist.“ Nein, er geht deshalb nicht konkurs, weil er einen Kammerberuf hat, den andere nicht ausüben dürfen, was den Markt klein hält und das Angebot gegenüber der Nachfrage einschränkt.

    Viele Berufe sind in Deutschland an eine festgelegte Ausbildung gebunden. Aber gerade in unserem Land gibt es die Sonderform des Heilpraktikers, an den nur geringe Anforderungen gestellt werden, und der einen Großteil aller Krankheiten behandeln darf. Wenn man also auf den „Gesundheitsmarkt“ will, steht einem das recht unkompliziert frei.

    „Wenn Ihre Website die Anleitungen zu den Übungen bereit hält, dann schalte ich auch gerne den Link dazu frei.“ Links kann man im Internet für 10 Cent kaufen – deshalb habe ich nicht bei Ihnen geschrieben und wer ohne den Link Interesse hat, hat mich auch längst über eine Suchmaschine gefunden.“

    Für SEO-Techniken gibt es besser geeignete Blogs als meinen, deshalb will ich auch hierüber nicht diskutieren.

    Ich hoffe, falls noch ein Kommentar von Ihnen kommt, stehen diesem keine technischen Probleme im Weg.
    Ansonsten wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Therapie, und sollte ich einmal über eine darüber durchgeführte Studie lesen, so würde mich das sehr für Sie freuen.

  6. Entschuldigen Sie, dass ich wegen anderweitiger Auslastung erst jetzt zu einer Antwort komme.

    „Ich will nicht behaupten, dass die Diagnose falsch gewesen sein soll, aber man muss bedenken, dass der Rheumafaktor in ca. 5-15% der Fälle positiv sein kann, ohne dass eine chronische Polyarthritis vorliegt.“
    Dann liegen aber auch nicht die entsprechenden Symptome vor, dh. Gelenkveränderungen und die rheumatypischen (höllischen) Schmerzen? Oder gibt es das:
    – eine Rheumatikerin, die alle typischen Symptome und körperlichen Degenerationserscheinungen und Schmerzen hat, DAZU einen positiven Rheumafaktor, aber KEINE rheumatoide Arthritis? So, wie „es klingt wie ein Flugzeug, es fliegt auch, sieht auch genauso aus, aber ein Flugzeug ist es nicht?“

    „Denkbar, dass man vielleicht eine undiagnostizierte Lyme-Borreliose mit Gelenkbeteiligung hat und gleichzeitig einen idiopathisch positiven Rheumafaktor.“
    Nun denn – dann wäre ich also die erste Patientin, die sich DURCH ABSETZEN DER MEDIKAMENTE von ihrer Lyme-Borreliose geheilt hat??? Ich denke, das verschiebt den medizinischen schwarzen Peter dann eben hin zu einer anderen angeblich so nicht heilbaren Krankheit. Im Übrigen wäre die Bringschuld für diese Phänomene, statt sich vor ihnen wegzuducken, beim medizinischen Establishment, dessen verdammte Aufgabe es ist, Heilungsphänomenen nachzugehen statt sie zu diskreditieren. Denn der Anfangs-Fehler („Fehldiagnose“) liegt dann ja wiederum nicht bei mir.

    „Ich finde, man darf durchaus Diagnosen hinterfragen.“ – Genau das habe ich ja zuerst getan, bevor ich meine Behauptungen aufstellte. Das Ergebnis ist: es WAR rheumatoide Arthritis und ICH habe sie mit MEINER Methode GEHEILT. Das Gegenteil zu beweisen wäre Aufgabe der Schulmedizin.

    Zur Frage der Studienfinanzierung: die Idee, eine Studie zu finanzieren, stammte ja von Ihnen. Ich habe nicht den Ehrgeiz, als Carl Benz eine Studie anzustossen, ob mein „Motorwagen“ so schnell fährt wie ein bisheriges Pferdefuhrwerk. Ich sitze ja drinne und kann es täglich sehen! Die Kunden des Herrn Benz haben auch ohne solche Studien die ersten Automobile als „fahrend“ erkennen und daraufhin kaufen können. Nur die Pferdefuhrwerkshersteller konnten anfänglich durchsetzen, dass ein Mann mit roter Fahne jedem Automobil zu Fuss vorangehen muss, um es warnend anzukündigen. Diese rote Fahne schwenkt derzeit wieder die Schulmedizin – sie wird aber den Sieg des „Selbstheilungs-Automobils“ ebensowenig aufhalten können wie damals die etablierten Interessen den Siegszug des Automobils vor hundert Jahren.

    „Wenn Sie die Studie nicht selbst durchführen wollen, erstellen Sie ein Studienprotokoll, und suchen sich einen Doktoranden (via ein Schwarzes Brett in einem Uniklinikum) und nehmen Sie gemeinsam Kontakt mit einer Medizinischen Klinik mit Fachgebiet Rheumatologie auf.“ Bei aller Liebe – medizinische Doktorarbeiten haben in aller Regel Umfänge und „wissenschaftliche“ Qualitäten, die sie an anderen Fachbereichen nicht mal als Seminararbeiten im Grundstudium durchgehen liessen. Da müssen sich schon andere Kaliber bei mir bewerben …

    „Der Placeboeffekt wird aber durchaus erfasst, wenn es eine Placebokontrollgruppe gibt, und beide Versuchsgruppen ausreichend groß sind.“ Genau das stellen die von mir zitierten Untersuchungen in Abrede. Da auch die „evidenzbasierte“ Medizin (z.B. Cochrane) daran krankt, dass sie sich in ihren Meta-Studien auf die Positiv-Auswahl der Studien beschränken muss, die nicht wegen negativer Ergebnisse in der Schublade verschwanden, gibt es derzeit kaum statisisch gesicherte pharmakologische Studien (!!!) in der Schulmedizin. Ein schwerer Vorwurf – aber solange die Studienersteller nicht bereit sind, ihre Studien VORHER zu registrieren und JEDES Ergebnis zu veröffentlichen, ist diese Aussage leider beweisbar wahr. Soll ich unter solchen Umständen meine Studie in diese Reihe fragwürdiger Würfelspiele einreihen, in der die Gegenseite mit gezinkten Karten spielt bzw. immer nur ihre Sechser-Würfe veröffentlicht?

    „Zumindest besitze ich fast ausschließlich Kugelschreiber oder USB-Sticks mit Logos von verschiedenen Pharmaunternehmen oder Medikamentenmarkennamen, die ich auf irgendeiner Veranstaltung geschenkt bekommen habe.“ Genau das ist der Punkt – dient das, um Dieter Teufel zu paraphrasieren, „der Wahrheitsfindung“?

    „Um mit diesen Me-too-Präparaten Geld zu verdienen ist viel teures Marketing notwendig.“ Ja, und was heisst das? Ist das ethisch, ein Me-too-Präparat auf den Markt zu drücken? Wer bezahlt das? Die am Ende zur Hälfte insolventen Krankenversicherer. Das geht zum Glück nicht mehr lange gut.

    „Für meine forschende, wissenschaftliche Tätigkeit werde ich in der Tat nicht bezahlt. Die Arbeit an meinem Doktortitel ist mein Privatvergnügen und auch durch mich selbst finanziert.“ Das ehrt Sie, aber muss nicht heissen, dass ich allein deshalb auch auf MEINEN Lebensunterhalt verzichten soll. Wenn die Medizin an meinen Ergebnissen interessiert wäre, würde sie das aus ihren Etats durchaus bestreiten können. Da ich, als Fahrerin des Motorwagens, s.o., eine Studie nicht brauche, sehe ich nicht, wieso ich sie finanzieren sollte. Ich bin aber gerne bereit, nach Vorlage der Originaldaten (!), andere rheumatologische Studien zu bewerten – aber nur, wenn auch die jeweils gescheiterten Studien mit geliefert würden.

    „Ein Zimmer tapezieren ist gar nicht so schwer. Trotzdem gibt es viele Maler, die gutes Geld mit dieser Tätigkeit verdienen.“ Da kommen wir auf ein Nebengleis. Dieses „Phänomen“ hat mit Kenntnissen nichts zu tun, sondern mit der Arbeitsteilung. Wenn der Chirurg acht Stunden operiert und die Putzfrau putzt, statt dass der Chirurg 7 Stunden operiert und eine Stunde den OP putzt, haben beide, Putzfrau und Chrirurg, mehr davon: der Chrirurg verdient acht statt sieben Stunden ein Chrirurgen-Honorar, und weil er gleichzeitig acht statt sieben Achtel Chirurgenleistung ausbringt, hat die Putzfrau „billigere“ Operationen als ohne Arbeitsteilung. Darum ging es aber nicht. Ich habe ein Verfahren, das mir besser geholfen hat als das zwei Jahre lang ausprobierte schulmedizinische „Wissen“ – ich habe also nicht selbst tapeziert, sondern das Tapezieren ÜBERFLÜSSIG gemacht – kein Wunder, dass die Maler das als bedrohlicher empfinden als den Selbst-Tapezierer!

    „Ansonsten wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Therapie, und sollte ich einmal über eine darüber durchgeführte Studie lesen, so würde mich das sehr für Sie freuen.“ Ich danke Ihnen – ich bin auch durchaus angetan von Ihrer Herangehensweise, die sich schon daran ablesen lässt, dass es nur selten solche Blogs wie Ihren gibt und das bei sicherlich sechstelliger Anzahl medizinischer Profis in ähnlicher Lage. Ich denke nur, dass es schwer angeht, denjenigen, der oder die entgegen der schulmedizinischen Meinung eigene Heilerfahrungen dokumentiert hat, dann darauf zu verweisen, er/sie solle mit seinen begrenzten Mitteln einer milliardenschweren Forschungs-Industrie (denn das ist sie – Forscher werden in Medikamenten-Studien ja regelrecht „gemietet“) Paroli bieten. Da setze ich einfach auf die Überzeugungskraft der „anekdotischen“ Ergebnisse, wohl wissend, dass diese nur scheinbar den Methoden der Forschungsindustrie mit ihrer Positiv-Auswahl (Unterdrückung negativ ausgegangener Studien) unterlegen ist. Der Tag scheint mir angesichts der Wirtschaftskrise und der Insolvenz unseres Gesundheitssystems nicht mehr allzu fern zu sein, an dem sich das Problem rein marktwirtschaftlich regelt.

  7. Hallo Gelenkgesund: Ich verfolge die Diskussion die ganze Zeit über weil sie sehr interessant ist, muss jetzt aber doch mal verwundert rechnen und fragen: Seminarkosten sind ja keine vorhanden, nur verbindliche Anmeldungen – was die Seriosität natürlich schon beschränkt für den Normaldenker. Beim Einsehen der Seminardaten geht hervor, dass fast keine andere Arbeit nebenbei möglich ist, dazu wohl Kinderbetreuung, denn Gelenkgesund schreibt von einem Kind. Dazu die Anspielungen auf andrer Webseite eines Herrn der die Dame dahinter gut kennt. Das wäre ein Kleinfamilie, aber gehen wir mal NUR von Mutter mit Kind aus plus Kindergeld….rein wirtschaftlich : bei Lohn als Freiberufler mit 20 Euro die Stunde was dann viel wäre für Rheumatiker allein aus der Gegen, und wenig für „Therapie oder Selbsterfahrung“ müssten mindestens 150 Seminarstunden pro Monat gebucht sein um davon leben zu können oder? Und wenn man verstanden hat wie die Übungen gehen, kommt man ja nicht dauernd. Also wo kommen so viele Leute her die NICHT an Schulmedizin glauben? Ich bitte das nicht falsch zu verstehen, aber das Argument weil man davon leben muss keine Studie zu machen ist schlichtweg falsch. Gab es die Geschichte nicht sogar mal als Buch? Das wäre vielleicht sogar gewinnbringender – lauter kleine e-books.

  8. Ich verstehe Ihre Argumente.

    Sie müssen aber auch die andere Perspektive sehen: Ein Arzt, insbesondere ein Hausarzt, hat eine sogenannte Gatekeeper-Funktion für Patienten. Das heißt, er unterstützt seine Patienten in der Entscheidungsfindung, was eine gute Therapie oder Weiterbehandlung für sie darstellt, und er kann auch Empfehlungen aussprechen, was ihm eher unsinnig erscheint.

    Es gibt zahlreiche Therapien und Medikamente auf dem Gesundheitsmarkt. Würde ein Arzt beispielsweise nur dem folgen, was ihm Pharmavertreter an Informationen zukommen lassen, würde er nur noch „hochwirksamme“ und „wundervolle“ Marktneuheiten verschreiben. Sie werden sich sicherlich einen Arzt wünschen, der Informationen von Pharmavertretern beispielsweise mit Hilfe des arznei-telegramms versucht zu überprüfen. Dafür benutzt das arnei-telegramm vor allen Dingen Studien und Metastudien.

    Natürlich kann man die Aussagekraft von Studien hinterfragen. Eine Studie ist mit Kosten verbunden, einem hohen Zeitaufwand und kann fehlerbehaftet sein. Trotzdem sollte man sich nicht auf Erfahrungsberichte Einzelner verlassen, die sich nicht in Studien beweisen lassen.

    Abgesehen davon, die Wissenschaft von der Wirksamkeit einer Therapie zu überzeugen, hat eine Studie noch einen großen Vorteil: Auch Krankenkassen machen es via IQWiG und G-BA von einer positiven Studienlage abhängig, ob sie Therapien und Medikamente ihren Versicherten erstatten. Überspitzt gesagt: Wenn Sie wirklich eine heilsame Therapie der Rheumatoiden Arthritis gefunden haben, deren Wirksamkeit Sie aber nicht wissenschaftlich beweisen, enthalten Sie sie allen Patienten vor, die zwar krankenversichert sind, sich aber Ihre Seminare nicht leisten können.

    Um Ihr Beispiel mit Carl Benz aufzugreifen: Würden Sie heute ein Elektroauto kaufen wollen mit einer neu erfundenen Batterie, die viel leistungsfähiger als heutige Batterien ist – aber deren Crashsicherheit der Hersteller nicht beweisen kann, weil die Crashtests so teuer sind? Und würden Sie eine Behörde wollen, die dieses Elektroauto zulässt, nur weil der Verkäufer versichert, es sei sicher?
    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich greife Sie nicht persönlich an oder hinterfrage Ihre Therapie – ich würde dies mit jedem und jeder Therapie immer grundsätzlich so handhaben.

    Ich würde also nach wie vor vorschlagen, machen Sie eine Studie, auch wenn diese mit Mühen und Kosten verbunden ist. Viel Erfolg dabei und alles Gute!

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