Compliance

Compliance (engl. Befolgung, Gehorsam, Ergebenheit) bezeichnet in der Medizin das Maß des kooperativen Verhaltens eines Patienten im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Erkrankung.

In der betriebswirtschaftlichen Fachsprache wird der Begriff verwendet, um die Einhaltung von Gesetzen oder Richtlinien zu bezeichnen, in der Physiologie ist Compliance das Maß für die Dehnbarkeit von Körperstrukturen. Unter der Soziopsychologischen Compliance versteht man hingegen die Änderung des Verhaltens nach außen hin, nachdem man mit der Meinung anderer konfrontiert wurde.

Dieses Referat beschäftigt sich mit der Compliance in der Medizin unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitspsychologie.

Compliance bedeutet

– für den Patienten die Bereitschaft, ärztliche Anweisungen zu befolgen und

– für den Arzt die Bereitschaft, bei Anweisungen und Strategien auf die Wünsche und Möglichkeiten des Patienten einzugehen.

Das Nicht-Einhalten von ärztlichen Anweisungen bzw. das nicht korrekte Therapieren wird als Non-Compliance bezeichnet. Basiert die Non-Compliance auf einer Beobachtung oder rationalen Überlegung, so spricht man von intelligenter Non-Compliance.

Die Compliance wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, im Falle des Patienten durch

Erkennen der Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung

Überzeugung der Wirksamkeit der Therapie

gutem Verhältnis zum Arzt / Pflegepersonal

Unterstützung durch Dritte

Häufigkeit z.B. der Medikamenteneinnahme

Das Verhalten des Patienten bzw. Arztes kann durch verschiedene Theorien erklärt werden:

Die Theory of Reasoned Action (Theorie der Handlungsveranlassung) besagt, dass das Verhalten aus der Absicht (Intention) einer Person erwächst. Diese Theorie findet nur Anwendung, wenn die betreffende Person in der Lage ist, selbstständig und frei zu entscheiden. Die Absicht der Person setzt sich zusammen aus seiner generellen Einstellung zu Themen, die aus seinen persönlichen Überzeugungen erwächst, und aus der subjektiven Norm, also dessen, von dem die Person glaubt, es sei „normal“.

Verhalten

Ajzen & Fishbein, 1975, 1980

Anzumerken sei, dass nicht jede Intention auch das in ihr angestrebte Verhalten auslöst, denn schließlich werden viele Absichten, die eine Person hegt, nicht auch unbedingt von ihr umgesetzt, sei es, dass äußere Einflüsse dies verhindern oder dass andere, teils auch spontane, Absichten dagegen wirken. Das Verhalten ist also von verschiedenen Intentionen geprägt.

Die Einstellung einer Person basiert nicht auf objektiv logischen Faktoren oder lässt solche generellen Tendenzen erkennen. Vielmehr ist es eine gefühlsmäßige Einschätzung, die streng von Überzeugungen, Handlungen und Absichten zu trennen ist.

Die subjektive Norm und die Einstellung können verschieden stark gewichtet werden, teils kann eine Komponente sogar vollständig entfallen.

Die Überzeugungen, aus denen sie subjektive Norm und die Einstellung resultieren, sind deutlich weniger volatil als jene. Weiterhin gibt es stärkere und schwächere Überzeugungen.

Der Theorie fehlt aber die Komponente, die das Verhalten bestimmt, wenn die Person sich nicht der erstrebten Handlung gewachsen fühlt, und aus diesem Grund keine Intention ausbildet.

Das Health-Belief-Modell, auf Deutsch das Modell gesundheitlicher Überzeugungen, eine klassische Theorie, die als veraltet gilt, sieht das menschliche Handeln als rational bestimmt an. Es versucht, das Gesundheitsverhalten eines Patienten hervorzusagen und geht dabei davon aus, dass jeder Mensch immer unbewusst eine Kosten-Nutzen-Analyse anstellt. Dem Modell fehlen aus heutiger Sicht aber die Komponenten der Intention und der Kompetenzerwartung.

Nutzen

minus

Kosten

Gesundheitsverhalten

Die Theory of Planned Behavior, die Theorie des geplanten Verhaltens, ist eine Erweiterung der Theory of Reasoned Action. Hier wird ein äußerer Faktor bedacht, die Verhaltenskontrolle, die bestimmt, ob Vorgänge, die eine Person nicht beeinflussen kann, ihr Verhalten verändert.

Die drei Determinanten, Einstellung, subjektive Norm und Verhaltenskontrolle beeinflussen die Intention, aus der wiederum das Verhalten einer Person resultiert.

Die Protection Motivation Theory, die Theorie der Schutzmotivation, nimmt Elemente der Theory of Reasoned Action sowie des Health-Belief-Modells auf, um das aus den Intention einer Person resultierende Verhalten zu erklären. Sie bezieht sich, wie das Health-Belief-Modell, spezifisch auf das Gesundheitsverhalten.

Verhalten

Der Begriff der Compliance wird zunehmend durch den der Adherence (engl. einhalten, beachten, befolgen) ersetzt, da erster zu sehr eine Hierarchie impliziere. Im Gegensatz zur Compliance betont die Adherence mehr das informierte Einverständnis des Patienten, was dem mittlerweile angestrebten partnerschaftlichen Verhalten zwischen Arzt und Patient entspricht.

Dieses Blog zeichnet natürlich auch meine wissenschaftliche Ausbildung nach, erst mit der Zeit lerne ich den korrekten Umgang mit Quellen. Quellenangaben zu diesem Referat sind leider nicht mehr verfügbar. Quellen werden Lexika, Presseerzeugnisse, Lehrbücher und andere Artikel oder Referate beinhaltet haben. Ich bitte in Hinblick auf die Qualität um Nachsicht.

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