Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie (Handout)

Geschichte, Ethik, Theorie der Medizin, WS 2009/10, Seminar Humanexperimente im 20. Jahrhundert, Referat von Christian Gersch

Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie

Durch Test von Nuklearwaffen der USA wurden in der Bevölkerung 10.000 – 75.000 zusätzliche Fälle von Schilddrüsenkrebs verursacht, obwohl die Regierung versicherte, dass diese Tests risikolos seien.[1] 1986 wurde durch den Kongressabgeordneten Ed Markey ein Bericht veröffentlicht, der 31 Experimente mit rund 700 menschlichen Versuchspersonen aufzählte (insgesamt kann man mit 4.000 nuklearen Menschenexperimenten während des Kalten Kriegs rechnen[2]). Es fanden damals aber von Seiten der Regierung keine weiteren Untersuchungen oder Entschädigungszahlungen statt. Schließlich wurde 1994 von Prädisent Clinton eine Komission namens Advisory Committee on Human Radiation Experiments (ACHRE) eingesetzt, die 1995 einen umfassenden Abschlussreport vorlegte.[3]

Ambivalenzen der Medizin am Anfang und am Ende des Lebens – Euthanasie

Wahlfach „Biomedizinische Ethik“, Referat von Christian Gersch

Der Begriff leitet sich vom alt-griechischen Wort ευθανασία, das soviel wie der gute Tod, gute Tötung oder auch der schöne Tod bedeutet.

Geschichte

Antike
Im antiken Griechenland unterschied man den natürlichen Tod (thanatos) und den vorzeitigen Tod (ker).
Euthanasie bezieht sich auf thanatos; ein leichter („schmerzfreier“) Tod gilt als guter Tod (Krantios).
Für Sokrates bedeutet die Euthanasie die richtige Vorbereitung auf den Tod.
Aufgrund des Eid des Hippokrates gab es de facto ein Verbot zur Tötungshandlung durch den Arzt. Selbsttötung hingegen wurde als adäquates Mittel, aus dem Leben zu scheiden, akzeptiert.