Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie (Handout)

Geschichte, Ethik, Theorie der Medizin, WS 2009/10, Seminar Humanexperimente im 20. Jahrhundert, Referat von Christian Gersch

Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie

Durch Test von Nuklearwaffen der USA wurden in der Bevölkerung 10.000 – 75.000 zusätzliche Fälle von Schilddrüsenkrebs verursacht, obwohl die Regierung versicherte, dass diese Tests risikolos seien.[1] 1986 wurde durch den Kongressabgeordneten Ed Markey ein Bericht veröffentlicht, der 31 Experimente mit rund 700 menschlichen Versuchspersonen aufzählte (insgesamt kann man mit 4.000 nuklearen Menschenexperimenten während des Kalten Kriegs rechnen[2]). Es fanden damals aber von Seiten der Regierung keine weiteren Untersuchungen oder Entschädigungszahlungen statt. Schließlich wurde 1994 von Prädisent Clinton eine Komission namens Advisory Committee on Human Radiation Experiments (ACHRE) eingesetzt, die 1995 einen umfassenden Abschlussreport vorlegte.[3]

Phramakoökonomie: Gesundheitsreform 2006 / 2007

Übersicht über die Inhalte der Gesundheitsreform der Jahre 2006 und 2007

  • Die Basis für die Gesundheitsreform bildete der Koalitionsvertrag von 2006
  • Ziel dieser Gesundheitsreform ist einer Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, um steigenden Kosten und dem demographischem Wandel Rechnung zu tragen
  • Der „Gesundheitsfond“ wird mit dieser Reform installiert
  • Es werden neue Steuerzuschüsse an den neu geschaffenen Gesundheitsfond eingeführt
  • Pflichtversicherung für alle Bürger
  • Leistungspauschalen statt Budgets

Phramakoökonomie

  • Krankenkassen können mit Arzneimittelherstellern Rabattverträge schließen
  • Apotheken müssen € 2,30 statt € 2,- Rabatt pro verschreibungspflichtigem Medikament an gesetzliche Kassen geben

Phramakoökonomie: FDA

FDA

Kurzübersicht zur FDA

  • Das Kürzel „FDA“ steht für „Food and Drug Administration“, es handelt sich also um die Verwaltungsbehörde für Nahrungsmittel und Medikamente.
  • Sie ist eine US-amerikanische Bundesbehörde, die 1906 gegründet wurde.
  • Die Behörde lässt Arzneimittel zu, überwacht die Sicherheit von in Umlauf befindlichen Lebensmitteln, Tabakstoffen, Arzeimitteln, Medizinprodukten, Impfstoffen, Blutprodukten, Röntgengeräten sowie Kosmetika.

Obwohl die Entscheidungen der Food and Drug Administration ausschließlich für den US-amerikanischen Markt gelten orientieren sich doch weltweit viele vergleichbare Behörden an den FDA-Entscheidungen. Die Erteilung einer Zulassung bzw. deren Rückzug hat in der Regel indirekt auch internationale Wirkung; darüber hinaus ist der US-Pharma-Markt einer der größten der Welt.

Organkrankheiten mit psychosozialer Komponente

Christian Gersch, 01.07.09

Bereitstellungserkrankungen (Thure von Uexküll, 1908 – 2004), sind organische Erkrankungen, an deren Genese vegetative Bereitstellungsreaktionen, wie Fluch oder Agression (u.a. Katecholaminwirkung) beteiligt sind. Diese basieren in der Regel auf einer ständig bestehenden, auch unterschwelligen Angst. Diese Erkrankungen wurden auch als Psychosomatosen bezeichnet (Franz Alexander, 1891–1964). Alexander prägte auch 1950 den Begriff der „Holy Seven“, der sieben klassische psychosomatische Erkrankungen zusammenfasst.

Ulcus pepticum

Colitis ulcerosa

Asthma bronchiale

Essentielle Hypertonie

Neurodermitis

Hyperthyreose

Rheumatoide Arthritis

Pharmakologie: Parasympathomimetika und Parasympatholytika

Physiologische Grundlagen

Der Parasympathikus steuert im Organismus Funktionen, die in Zusammenhang mit körperliche Ruhe stehen. Dazu gehören insbesondere Abnahme von HF und Atemfrequenz, Tonus der Gefäßmuskulatur, Harnblasensphinkter, Sekretion von Speichel und Verdauungssäften, Steigerung der Darmperistaltik sowie Miosis. Der Neurotransmitter des Parasympathikus ist Acetylcholin (ACh). Da diese Substanz binnen von Millisekunden durch die (Pseudo-) Acetylcholinesterase (ChE) abgebaut wird, ist es nicht möglich, den Transmitter als Medikament zur verabreichen. Medikamente, die auf den Parasympathikus wirken, zielen vielmehr auf die ChE ab oder wirken an den ACh-Rezeptoren.

Informationen zur Pharmakagruppe

Das angeborene Immunsystem

Das angeborene oder auch unspezifische Immunsystem ist nicht lernfähig, das heißt, es reagiert auf ein mehrfach dargebotenes Pathogen immer gleich. Im Vergleich zum spezifischen Immunsystem hat es einen sehr viel schnelleren Wirkungseintritt.

Man unterscheidet zwei Komponenten: Das zelluläre unspezifische Immunsystem setzt sich aus den Phagozyten, den Granulozyten und den Natürlichen Killerzellen (NK) zusammen. Das humorale unspezifische Immunsystem besteht aus dem Komplementsystem, den Zytokinen und dem Lysozym.

Weiterhin werden natürlich Barrieren (Epitheloberflächen) zum unspezifischen Immunsystem gezählt. Sie sind schwer für Xenobiotika zu durchdringen und auf der Hautoberfläche herrscht kein günstiger pH-Wert zum längeren Überleben.

Compliance

Compliance (engl. Befolgung, Gehorsam, Ergebenheit) bezeichnet in der Medizin das Maß des kooperativen Verhaltens eines Patienten im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Erkrankung.

In der betriebswirtschaftlichen Fachsprache wird der Begriff verwendet, um die Einhaltung von Gesetzen oder Richtlinien zu bezeichnen, in der Physiologie ist Compliance das Maß für die Dehnbarkeit von Körperstrukturen. Unter der Soziopsychologischen Compliance versteht man hingegen die Änderung des Verhaltens nach außen hin, nachdem man mit der Meinung anderer konfrontiert wurde.

Dieses Referat beschäftigt sich mit der Compliance in der Medizin unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitspsychologie.

Compliance bedeutet

Porphyrien

Bei Porphyrien handelt es sich um verschiedene Erkrankungen, die alle ihre Ursache in einem Fehler in der Häm-Synthese haben.

Für Gewöhnlich wird Häm – vor allen Dingen in Leber und Knochen, aber auch im Rest des Körpers – in acht enzymatischen Schritten synthetisiert. Dabei entsteht die folgende Reihenfolge:

Succinyl-CoA + Glycin

$ + δALA-Synthease-2

α-Amino-β-Ketoadipat

$

δ-Amino-lävulinat

$+ δ-ALA-Dehydratase

Porphobilinogen (PBG)

$+ PBG-Desaminase

Hydroxymethylbilan

$+ Uroporphyrinogen-III-Cosynthase

Uroporphyriogen III

$+ Uroporphyrinogen-Descarboxylase

Koproporphyrinogen III

$+ Koproporphyrinogen-III-Oxidase

Protoporphyrinogen

$+ Protoporphyrinogen-Oxidase

Protoporphyrin

$+ Ferrochelatase+ Fe (Eisen)

Ambivalenzen der Medizin am Anfang und am Ende des Lebens – Euthanasie

Wahlfach „Biomedizinische Ethik“, Referat von Christian Gersch

Der Begriff leitet sich vom alt-griechischen Wort ευθανασία, das soviel wie der gute Tod, gute Tötung oder auch der schöne Tod bedeutet.

Geschichte

Antike
Im antiken Griechenland unterschied man den natürlichen Tod (thanatos) und den vorzeitigen Tod (ker).
Euthanasie bezieht sich auf thanatos; ein leichter („schmerzfreier“) Tod gilt als guter Tod (Krantios).
Für Sokrates bedeutet die Euthanasie die richtige Vorbereitung auf den Tod.
Aufgrund des Eid des Hippokrates gab es de facto ein Verbot zur Tötungshandlung durch den Arzt. Selbsttötung hingegen wurde als adäquates Mittel, aus dem Leben zu scheiden, akzeptiert.