Bin ich geeignet zum Medizinstudium / Arztberuf?

Mich erreicht die Nachricht eines Lesers dieses Blogs per E-Mail:

(…) mit Interesse habe ich ihren Blog gelesen und einige Nachfragen haben sich angesammelt, die ich nicht unbedingt in die Kommentare schreiben wollte. Ich hoffe, Ihnen so zu schreiben ist okay.

Kurz zu meiner Person: Ich heiße JS (Hinweis des Autors: gekürzt), bin 19 Jahre und habe dieses Frühjahr mein Abi mit 1,2 bestanden.

Dadurch wurde auch mein Interesse an einem Medizin Studium geweckt. Ich hatte in der Oberstufe einen Biologie Leistungskurs und hab die schriftliche Abiturprüfung mit 14 Punkten abgeschlossen.

Psychologie vs. Psychiatrie

Eine Leserin dieses Blogs fragt unter dem Post „Medizinstudium in Deutschland detalliert nach verschiedenen Unterschieden in der Ausbildung zum Psychiater und zur Ausbildung als psychologischer Psychotherapeut. Derzeit schwanke sie zwischen der Entscheidung zu einem Medizinstudium und einem Psychologiestudium.

Ich möchte an dieser Stelle abschnittswiese auf die einzelnen gestellten Fragen eingehen.

Kann auch ein Psychiater Gesprächstherapie betreiben, oder ist dies alleine Aufgabe eines Psychologischen Psychotherapeuten?

Biologie-, Chemie- oder Physikleistungskurs in der Schule: Sinnvoll für das Medizinstudium?

Eine Leserin dieses Blogs fragt unter dem Post „Medizinstudium in Deutschland„:

Guten Abend,

Ich habe eine Frage zu den Fächern während des Studiums, beispielsweise Biologie. Wie sehr geht man da inhaltlich in die Tiefe? Ich habe gehört dass viele von uns in der Oberstufe behandelten Themen auch im Studium behandelt werden, demnach müssten meine für das Abi sorgfältig verfassten Aufschriebe doch noch sehr hilfreich sein, oder?
(Ich habe Biologie als Leistungskurs, Chemie im Grundkurs)
Vielen Dank in Voraus.

Viele Grüße

Medizinstudium über die Bundeswehr als Sanitätsoffizieranwärter oder -anwärterin, unabhängig von einem Numerus Clausus

Eine Leserin meines Blogs fragt: „Guten abend Herr Gersch,
ich bin [Name entfernt] und besuche noch die 13. Klasse,habe nächstes Jahr mein Abitur. Ihre E-mail-adresse habe ich von Ihrer Homepage. Leider muss ich Sie ein wenig stören.
Sie haben auf Ihrem Profil angegeben,dass Sie zuerst einen Zivildienst geleistet haben und anschließend mit dem Medizinstudium begonnen haben.
Den Teil habe ich nicht wirklich verstanden‘ 2% an angehende Sanitätsoffiziere der Bundeswehr‘.
Könnten Sie mir darüber Informationen geben?
Mit freundlichen Grüßen (…)

Mein Zivildienst hatte mit meinem Medizinstudium wenig zu tun, ich wurde einfach dazu einberufen, konnte ihn aber nutzen, um in seinem Rahmen das vorgeschriebene Krankenpflegepraktikum abzuleisten.

Einkommen eines Assistenzarztes im Krankenhaus

Ein Leser meines Blogs möchte wissen, wie viel man als Arzt nach 12 Semester Medizinstudium an einem Krankenhaus verdiene.

In Bezug auf Deutschland hängt die Höhe des Einkommens von dem Tarifvertrag, der für ein Krankenhaus gilt, ab. Genaue Zahlen ergeben sich aus den Tarifverträgen des Marburger Bundes, grob kann man mit rund € 2200 netto rechnen. Dieser Betrag ist abhängig von Steuerklassen, Konfession, etc. und erhöht sich ggf. durch Bereitschaftsdienstzulagen.

Die Berechnung eines Stundenlohns kann mitunter zu einer Überschätzung führen, da die 40 bzw. 42 Stunden Wochenarbeitszeit, die in den Tarifverträgen festgelegt werden, je nach Krankenhaus teils deutlich überschritten werden können, und in einigen Krankenhäusern Überstunden teils sogar gar nicht vergütet werden.

Aufgaben eines Assistenzarztes in der Chirurgie

Eine Leserin meines Blogs möchte von mir mehr über die Aufgaben eines Assistenzarzt / einer Assistenzärztin in die Chirurgie wissen.

Zunächst ist anzumerken, dass es dieChirurgie“ so nicht gibt, sie ist selbst in Unterdisziplinen unterteilt. Dazu zählen offensichtlich:

  • Allgemein- oder Visceralchirurgie
  • Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
  • Herz-Thorax-Gefäßchirurgie
  • Neurochirurgie
  • Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Aber auch folgende Fächer haben einen deutlichen Anteil an chirurgischen Aufgaben im OP:

  • Orthopädie
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Gynäkologie
  • Urologie
  • Dermatologie
  • Ophthalmologie (Augenheilkunde)

Letztlich haben Assistenzärzte in allen diesen Fächern ähnliche Aufgaben – nur verschiedene Operationsgebiete, deshalb will ich Nuras Fragen möglichst allgemein beantworten:

Was tun, wenn man derzeit durch den numerus clausus keinen Medizinstudienplatz bekommt, aber trotzdem studieren will?

Eine Leserin meines Blogs schildert in meinem Artikel „Wie werde ich Arzt/Ärztin“ das Problem, dass sie aufgrund eines nicht ausreichenden Notendurchschnitts derzeit keinen Medizinstudienplatz erhält.
Meine Antwort auf diese Frage ist für den Kommentarbereich etwas umfangreich, weshalb ich dieses Post verfasse:

Ein Großteil der Studienplätze wird eben (leider) via numerus clausus, oft durch hochschulstart.de, die ehemalige ZVS, oder die Universitäten selbst, vergeben.  Wenn es darüber nicht geklappt hat, empfiehlt sich folgendes:

Gesetzliche Krankenkassen (GKV), die Ärzten selbst ausgestellte Privatrezepte erstatten

Wer als Assistenzarzt anfängt zu arbeiten, erhält ein Gehalt, das knapp unter der Einkommensgrenze liegt, mit der man sich privat versichern könnte und zahlt damit den Maximalbeitrag in die gesetzliche Krankenversicherung ein. Aufgrund dieses recht hohen Beitrags sollte man zu Recht eine gesetzliche Krankenversicherung auswählen, die auch maximale Leistung bietet.

Eine interessante Option besteht darin, dass die Krankenversicherung Privatrezepte, die man sich selbst ausstellt, rückerstattet. Dadurch wird es möglich, Medikamente einfach direkt über eine Apotheke zu beziehen, wenn man deren Indikation selbst stellt und es sich um ein Krankheitsbild handelt, bei dem man nicht die Notwendigkeit sieht, einen Kollegen um Rat zu fragen. Fast alle Krankenkassen werden die Erstattung von Kassenrezepten anbieten. Naturgemäß ist ein Assistenzarzt aber nicht KV-Mitglied und kann nur Privatrezepte ausschreiben.

Die Anatomie und der Präparierkurs – ist eine Leiche eklig?

Eine Leserin dieses Blogs fragt unter dem Post „Medizinstudium in Deutschland“, ob es wahr sei, dass während des Anatomiekurses auch Unterricht an einer Leiche stattfinde, und ob dies nicht „ein bisschen ekelhaft“ sei?

Es ist richtig, dass – je nach Hochschule zwischen dem 1. und dem 3. Semester – der praktische Anatomiekurs an der Leiche eines Körperspenders statt findet. Dieser Kurs ist aber höchst wichtig. Medizin ist viel „learning by doing“, das heißt, eines Tages, im Laufe der Ausbildung, steht man am OP-Tisch, und der Chirurg, der die Sache einem zutraut, fordert einen auf, jetzt selbst eine Naht oder einen Schnitt zu machen. Natürlich passt er darauf auf, was ein Medizinstudent tut, aber es wird auch von Letzterem erwartet, dass er einfach weiß, in welcher Struktur im Bauchraum wo welches Blutgefäß verläuft. Egal, wie gut man die Anatomie theoretisch gelernt hat, es ist in diesem Fall ein Segen, wenn man seine theoretischen Kenntnisse einmal an einem Körperspender überprüfen konnte. Ähnliches scheint mir für die erste Leichenschau zu gelten.

Wie werde ich Arzt/Ärztin? – Aufbau und Inhalt des Medizinstudiums in Deutschland

Dies ist ein Vortrag, den ich im Rahmen der Berufsorientierung vor Schülern eines Gymnasiums gehalten habe zum Thema „Berufsbild Arzt“. Er beschäftigt sich mit Aufbau und Inhalt des Medizinstudiums.

Studienorte

Derzeit kann Humanmedizin an 35 staatlichen Hochschulen in Deutschland sowie an einer privaten deutschen Hochschule studiert werden.

Studienzulassung

Es stehen weniger Studienplätze zur Verfügung, als es Bewerber für das Medizinstudium gibt. Daher ist der Studiengang Humanmedizin zulassungsbeschränkt.

Bis auf die private Universität Witten/Herdecke erfolgt die Bewerbung auf einen Studienplatz über die Stiftung für Hochschulzulassung.

Die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH, ehemals ZVS) vergibt 96% der verfügbaren Studienplätze nach folgendem Schlüssel (Stand SS 2011):