Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie (Handout)

Geschichte, Ethik, Theorie der Medizin, WS 2009/10, Seminar Humanexperimente im 20. Jahrhundert, Referat von Christian Gersch

Medizinische Forschung in den USA im Kontext der Atomrüstung und -industrie

Durch Test von Nuklearwaffen der USA wurden in der Bevölkerung 10.000 – 75.000 zusätzliche Fälle von Schilddrüsenkrebs verursacht, obwohl die Regierung versicherte, dass diese Tests risikolos seien.[1] 1986 wurde durch den Kongressabgeordneten Ed Markey ein Bericht veröffentlicht, der 31 Experimente mit rund 700 menschlichen Versuchspersonen aufzählte (insgesamt kann man mit 4.000 nuklearen Menschenexperimenten während des Kalten Kriegs rechnen[2]). Es fanden damals aber von Seiten der Regierung keine weiteren Untersuchungen oder Entschädigungszahlungen statt. Schließlich wurde 1994 von Prädisent Clinton eine Komission namens Advisory Committee on Human Radiation Experiments (ACHRE) eingesetzt, die 1995 einen umfassenden Abschlussreport vorlegte.[3]